Wie diese Karte entsteht
Woher die Daten kommen, wie aus Einträgen Communities werden und was die Farbflächen bedeuten.
Für wen das gedacht ist
Für Menschen, die mitmachen wollen: einen Router aufstellen, ein Netz im eigenen Ort aufbauen, ein Dach oder einen Raum anbieten, oder einfach jemanden vor Ort ansprechen. Die Frage, die diese Karte beantwortet, lautet: Welche Initiativen kommen für mich in Frage – und wie erreiche ich sie?
Oft ist es mehr als eine. Dann zeigen wir auch mehr als eine, mit Webseite, Kontakt, Karte und Firmware jeder einzelnen. Welche davon zu dir passt, entscheidest du – wir nehmen die Entscheidung nicht vorweg.
Was du auf der Karte siehst
Links oben auf der Karte, unter dem Zoom, sitzen drei Knöpfe. Der erste – die drei überlappenden Farbkreise – schaltet durch die Ebenen: Flächen und Knoten, nur Einzugsflächen, nur Knoten, nur die Grundkarte. Wie bei der Farbmischung liegt hier eben mehreres übereinander. Was ein Knopf tut, steht beim Draufzeigen dabei – Ausprobieren kostet nichts.
- Farbflächen
- Einzugsgebiet einer Community: Wo du klickst, antwortet die Community mit der größten Nähe. Je blasser die Farbe, desto weiter ist der nächste Knoten entfernt.
- Kleine Kästchen (Knoten, ~2 km)
- Wo tatsächlich Knoten stehen, zusammengefasst auf etwa 2 km. Je kräftiger, desto mehr Knoten. Einzelne Knoten zeigen wir bewusst nicht. Die Kästchen liegen über den Flächen – schaltet man sie aus, bleibt nur der Einzugsbereich übrig.
- Gestrichelte Kreise
- Eine Community, die es nachweislich gibt, deren Karte aber keine Daten liefert. Der Kreis ist eine grobe Ortsangabe, keine Netzausdehnung.
- Grob-Ansicht
- Ein Überblick mit anderen Regeln: Je Community zählt nur ihr Hauptgebiet, und die Flächen werden stärker geglättet. Kleine, weit entfernte Inseln verschwinden dabei – die genaue Ansicht bleibt die vollständigere. Fährst du in der genauen Ansicht über eine solche Insel, steht das auch dran. Die Antwort auf einen Klick wird immer genau gerechnet, auch in der Grob-Ansicht.
Wie wir Einträge zu Communities zusammenfassen
Im offiziellen Verzeichnis von freifunk.net steht ein Eintrag je Ortsname. Eine regionale Community kann dort mit zwei Dutzend Orten auftauchen oder mit einem einzigen – beides sagt nichts über ihre Größe. Wir fassen deshalb zusammen, was zusammengehört:
- Gemeinsamer Netzbetrieb – dieselben Supernodes, dasselbe Backend. Jeder Freifunk-Router baut einen Tunnel zu den Servern seiner Community auf; diese Supernodes hängen das Netz ans Internet und halten es zusammen. Führen zwei Einträge zu denselben Supernodes, ist das dieselbe Community – wer den Betrieb macht, ist die Community. Wir lesen die Serveradressen und -schlüssel aus der Firmware, die jede Community öffentlich anbietet. Das ist unser stärkstes Kriterium.
- Gemeinsame Karte. Nennen sich zwei Einträge auf derselben Knotenkarte gleich, gehören sie zusammen – und die Community heißt hier so, wie sie sich dort selbst nennt.
- Gemeinsamer Auftritt. Gleiche Webseite oder Kontaktadresse, oder die eine Webseite leitet auf die andere weiter.
Nicht zusammengefasst wird, wer nur sonstige Infrastruktur teilt – also alles außer dem Backend: Wenn eine Community die Karte, den Firmware-Server, einen Spiegel oder die Mailadressen einer anderen mitbenutzt, bleibt sie eigenständig. Das ist gegenseitige Hilfe, kein gemeinsames Netz; solche Verbindungen vermerken wir nur als Beziehung („gehostet bei“). Dasselbe gilt für Dachverbände.
Wo die Automatik danebenliegt, korrigieren wir von Hand – jede Ausnahme mit Begründung und Datum. Das betrifft vor allem Communities, die im Verzeichnis gar nicht auftauchen, und Karten, auf denen mehrere eigenständige Communities gemeinsam zu sehen sind.
Woher die Daten kommen
- Das Verzeichnis der Freifunk-Communities, das die Communities selbst pflegen: ffSummarizedDir.json (api.freifunk.net, Verzeichnis auf GitHub). Daraus kommen Name, Ort, Kontakt und die Links zu Karte und Firmware. Dieselbe Quelle steckt hinter der Community-Liste auf freifunk.net.
- Die Knotenkarten der Communities selbst – die eigentliche Datengrundlage. Üblich sind Meshviewer, Hopglass und ffmap; dazu nodelist, GeoJSON und bei FunkFeuer XML.
- Die Firmware-Images, die eine Community öffentlich anbietet. Darin
steht (bei Gluon
in der
site.json), über welche Server ihr Netz läuft und welche Domains sie betreibt – daher wissen wir, wer mit wem ein Netz betreibt. - Gesamtkarten Dritter als Ersatz, wenn die eigene Karte einer Community nicht mehr antwortet: freifunk-karte.de und die federated map von Freifunk München. Beide sammeln fremde Karten ein; wir kennzeichnen solche Communities mit „Stand kann abweichen“, weil das eine Aussage Dritter ist und nicht die eigene Karte.
Alles davon ist öffentlich abrufbar; wir fragen es alle zwei Tage ab und holen jede Datei höchstens einmal am Tag. Das Datum des letzten Abrufs steht unter der Karte.
Wir sehen nur, was öffentlich ist. Wie viele Knoten eine Community mit Standort veröffentlicht, entscheidet sie selbst – und das ist sehr unterschiedlich. In den Gesamtkarten fehlt bei manchen Communities ein Viertel bis ein Drittel der Knoten die Koordinate, weil die Betreiberinnen und Betreiber sie nicht angegeben haben oder die Community sie nicht herausgibt. Solche Knoten zählen bei uns mit, sie können aber zum Gebiet nichts beitragen. Eine Fläche ist also eher zu klein als zu groß.
Was gezählt wird – und was nicht
- Online-Knoten. Grundlage ist, was die Karte einer Community zum Zeitpunkt des Abrufs als online meldet.
- Drei Monate. Ein Knoten, der länger nicht gesehen wurde, zählt nicht mehr. Ebenso zählt eine Kartendatei nicht mehr, die seit über drei Monaten nicht aktualisiert wurde. Kürzere Ausfälle schaden nicht: Eine Community darf ihren Kartenserver auch mal ein paar Wochen reparieren.
- Jeder Knoten nur einmal. Taucht derselbe Knoten auf mehreren Karten auf, zählt ihn die Community, zu der er gehört.
- Offensichtlich falsche Standorte fallen heraus: vertauschte Koordinaten, Nullwerte und Standardpunkte, auf denen viele Knoten gleichzeitig liegen. Der Knoten zählt dann weiter, nur ohne Ort.
Was diese Karte nicht ist
- Keine Gebietsansprüche. Communities haben keine Grenzen. Die Flächen zeigen Nähe, nicht Zuständigkeit.
- Überlappungen sind normal und werden auch so angezeigt: Wo mehrere Communities ähnlich nah sind, nennen wir mehrere.
- Kein Hotspot-Finder. Die Karte sagt dir nicht, wo du gerade ins WLAN kommst. Sie zeigt keine einzelnen Standorte, sondern Flächen und ein grobes Raster – und ein Knoten, der heute da ist, kann morgen abgebaut sein.
- Kein Vergleich, keine Rangliste. Es geht nicht darum, Communities zu bewerten oder gegeneinander zu stellen. Eine ältere Firmware oder eine kleine Knotenzahl ist kein Mangel – oft steckt eine bewusste Entscheidung dahinter.
- Keine Aussage über tote Netze. Fehlen Kartendaten, heißt das oft nur, dass niemand mehr den Kartenserver pflegt – das Netz kann trotzdem laufen.
Stimmt etwas nicht?
Fehlt eine Community, stimmt eine Zuordnung nicht, oder gehört ein Ort woandershin? Wir korrigieren das gern – solche Rückmeldungen sind die beste Quelle, die wir haben.
- Per Mail an projekt@neanderfunk.de
- Oder öffentlich auf Mastodon: @neanderfunk@nrw.social – dort darf über die Kriterien auch gestritten werden.
Wie soll das Kind heißen?
Entschieden ist zunächst mitfunken.freifunk.space – in Stein
gemeißelt ist das nicht. Sag, was dir besser gefiele, oder schlag etwas Eigenes
vor; das Stimmungsbild läuft weiter.
Das ist ein Stimmungsbild, keine Wahl: Wir speichern nur die Stimme und den Zeitpunkt – keine Cookies, keine Kennungen, keine IP-Adressen, kein Tracking. Mehrfach abstimmen geht, wir prüfen es nicht.
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